Fensterladen renovieren

Fensterladen renovieren Fensterläden zu renovieren ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Wer sich daran machen möchte, sollte viel Zeit, Muße und Platz mitbringen.Bei mir waren es im letzten Jahr 13 Fenster mit verschieden großen Läden.Das war eine Arbeit verteilt auf etwa 3 Monate, mit Arbeit an etwa 5 Nachmittagen in der Woche bzw. unterschiedlicher Stundenzahl, da manchmal nur Streichen dran war und das geht wesentlich schneller, als die eigentliche Vorarbeit.
BestandsaufnahmeZuerst gilt es zu klären, wie gut der Zustand der Läden ist:

– hängen sie schief (die Leimfugen haben aufgegeben)- ist das Holz noch fest oder schon morsch (evtl. bröckelig oder die Fasern sehr ausgewaschen)- sind die Füllungen (der Laden besteht aus einer Rahmenkonstuktion und zwischendrin ist eine „Füllung“) noch an Ort und Stelle- fehlen Lamellen oder sind sie beschädigt- sind Scharniere, Schrauben, Nägel, Dübel noch da, wo sie sein sollten- ist der Fensterladen „verdreht“
Fazit: Wiederherstellen kann man das Meiste! Die Frage ist nur, ob man sich gerne hineinkniet und viel Zeit und Geschicklichkeit mitbringt.
Ich hatte erst einmal den meiner Ansicht nach schlechtesten Laden runtergenommen und genauer analysiert. Wenn ich den hinbekomme, dann die anderen auch, war mein Credo. Der übelst aussehende war auf der Sonnenseite. Etwas schief, die Farbe stark runter und aufstehende Farbschichten, weil wahrscheinlich schon 100x darübergestrichen. Aber das macht erst einmal nichts. Ist immer nur die Frage, wie man sie runterbekommt. Das war dann überhaupt die Grundfrage:

Schleifen oder Ablaugen Sind die Farbschichten sehr dick, stehen die Farbschichten blätterartig auf, müssen sie irgendwie runter. Mit Schleifen wird es da eher mühsam. Denn man braucht grobes Schleifpapier, das trotzdem ziemlich schnell verklebt. Grobes Papier nimmt auch vom freiliegenden Holz einiges mit – macht evtl. Dellen. So können Übergänge von Farbe zu Holz nur schwer hingeschliffen werden.
Die Alternative dazu ist dann das Ablaugen. Die Fensterläden werden zu einem Ablaug-Spezialisten gefahren (Aufwand mit Anhänger oder Hol-Bring-Dienst mit Kosten) + Kosten für Ablaugen, pro qm ca. 50,- €, wären bei mir ca. 100,- € pro Laden bzw. pro Fenster ca. 200,- € gewesen. Zudem war ich mir bei einigen Fensterläden nicht ganz sicher, ob sie die Belastung des Transportes und Ablaugens noch überstehen würden!
Mir war das alles zu teuer und ich hatte die Zeit mich anderweitig hineinzuknien. Also Schleifen.
Abschleifen oder Anschleifen Die Frage ist, ob die Farbe ganz runtermuss, weil zu dick und blättrig/rissig oder ob die Farbschichten dünn sind und nur etwas ausgebleicht.Ist der Farbauftrag schon sehr dick, ist es, wie bereits gesagt, schwierig eine schöne glatte Fläche hinzubekommen. Wem das egal ist, kann natürlich einfach anschleifen und darüberstreichen.
Wichtig: die Farbschicht muß noch gut am Holz anhaften. Lockere Farbschichten müssen unbedingt ab!
Sind die Farbschichten dünn (Erstanstrich oder Lasur), wird lediglich angschliffen, eventuelle Fehlstellen ausgebessert und dann neu 2x darübergestrichen. Das wäre das Ideal mit wenig Arbeit!
Welche Maschinen brauche ich
Für das Abschleifen braucht es evtl. eine andere Maschine, als nur zum Anschleifen. Nur von Hand zu Schleifen kann man vergessen. Das geht vielleicht bei einem ausschließlich erstmalig lasierten Fensterladen und vielen Lamellen, weil da die Maschine eh nicht viel nützt. Ansonsten würde man wundgescheuerte Finger bekommen und keinen Anstrich weg, geschweige denn einen Übergang.Also Maschine.
Beliebt bei mir war der Dreiecksschleifer, weil wir den auch schon hatten. Ein Allroundgerät, das gut und einigermassen leicht in der Hand liegt (wichtig!). Außerdem kommt man gut in verschiedenste Ecken und an schwierige Stellen.
Möchte oder muß man mehr Abschleifen, würde ich den Bandschleifer empfehlen. Er „rasiert“ die Farbe weg. Gut für den äußeren ebenen Fensterladen-Rahmen oder bei reinen Bretterläden. Liegt aber schwer in den Händen, man braucht viel Kraft (ich bin doch eine Frau).
Der Schwingschleifer wäre noch eine Alternative. Ist leichter, hat aber auch nicht so viel Schleifwirkung und Schleiffläche wie ein Bandschleifer. Und kann ebenfalls nur für ebene Flächen verwendet werden.
Es gibt auch inzwischen so schöne Multitools(z.B. von proxxon), die vorne nur einen kleinen Aufsatz für Schleifpapier haben. Damit kommt man besser zum Schleifen an kleine Lamellen oder Eckchen ran. Zudem kann man mit denen „sägen“. Das ist hilfreich, wenn z.B. Lamellen durch zu viel Farbe festegeklebt sind oder man mal ein Stück Holz ersetzen muß.
Welches Hand-Werkzeug ist hilfreich– Handbesen- Stemmeisen
– Skraper oder Dreiecksschaber- Bohrmaschine mit Scheibenbürste aus Draht- evtl. Stichsäge
– Schleifklotz bzw. Schleifschwamm (besser)
– Hammer (optional zum Stemmeisen)
– Schraubzwingen
– Pressluft (optional)


Loslegen
Auf geht´s und runter mit dem ersten Fensterladen. Hilfreich sind Holzböcke oder auch Kisten, je zwei, auf die man jeweils einen Laden legen kann.Mein erster Fensterladen war doch etwas schief und in die Jahre gekommen. Die Leimfugen des Rahmens hatten mindesten 1 cm Luft, alter Holzkitt war aus Löchern gefallen so breit wie ein Rahmenteil und eine Lamelle war ausgebrochen. Ein typischer Fensterladen für diese Gegend: Rahmenkonstruktion in Nut und Feder mit einer Füllung oben und unten, dazwischen breite Lamellen mit Leiste für die Justierung der Lamellen darüber. Sehr nervig diese Leiste – sie kippt von links nach rechts, nirgends kommt man gut dran.
Schiefer Fensterladen Wie schief, wie locker sitzt alles? Es gibt tatsächlich Fanatiker, die nehmen so ein Ding komplett auseinander und bauen es wieder zusammen, damit alles gut sitzt. Diese Arbeit wollte ich mir nicht machen. Außerdem war der Laden ziemlich fest, nur etwas aus der „Facon“ gerutscht.Die Leimfugen waren groß genug, damit man ihn wieder zusammenleimen konnte. Um alles wieder in den Winkel zu bekommen, braucht es Schraubzwingen. Nun habe ich leider kein Video gefunden, auf dem man sehen könnte, wie das Ansetzen der Zwingen aussieht…wäre noch Nachholbedarf an die Youtuber.Für den Laien ist das vielleicht etwas schwierig; man kann es aber hinbekommen, wenn man das Prinzip verstanden hat.
Ziel: Die Schraubzwingen müssen so angesetzt werden, dass sich die Leimfugen schliessen und der Laden in den rechten Winkel rutscht
Bei mir war das nicht ganz so viel. Ich habe die Zwingen nicht gegenüberliegend, sondern etwas schräg (damit der spitze Winkel auseindandergeht) angesetzt und festgemacht. Holzklötze oder/und dickes weiches Material zum Dazwischenlegen (Holz an Schraubteil) zurechtlegen, sonst gibt es nachher Dellen im Holz.Für das erste „Richten“ kann die Zwinge auch direkt an der Ecke angesetzt werden. Ist der Laden erst einmal zusammengerutscht, können die Zwingen evtl. ganz normal angebracht werden.
Beachten: Nicht zuviel Leim (wasserfest) in die Fugen geben. Das quetscht es nachher alles wieder raus. Vor dem Leimen unbedingt alle Fugen von Resten (Farbe, Leim, Kitt, Schmutz) befreien, sonst rutscht er nicht zusammen.

Man kann sich das Verleimen auch bis nach dem Schleifen aufheben, dann sind alle Fugen sauber und sichtbar. Eventuell muß auch eine Lamelle neu gesetzt werden und die Füllung gerade gerichtet. Gerade eine Füllung hat meist an der abgeplatteten Seite (da, wo es in die Nut geht) Farbreste. Diese müssen sowieso weg und in sauberem Zustand bewegt sich die Füllung hoffentlich leichter.Nach dem Verleimen müssen allerdings alle Leimfugen neu plangeschliffen werden. Also vorher überlegen, wann was machbar ist.
Schadhafte StellenWie sieht es mit Löchern und Co aus?Manchmal ist ein Ast rausgefallen und das Loch will gefüllt werden, alter Holzkitt herausgebröckelt, das Holz an einer Ecke morsch, ein Stück Füllung herausgebrochen oder gar eine Lamelle.

Welche Möglichkeiten gibt es:

– Holzkitt

– wasserfester Leim vermischt mit Schleifstaub

– Acryl

– Epoxidharz


Holzkitt
Damit ist das so eine Sache. Ist praktisch, aber nicht unbedingt preiswert und leider porös. Ein Fensterladen ist stets Temperaturschwankungen ausgesetzt, das Holz arbeitet. Das heißt, irgendwann wird der Kitt wieder locker – wenn er an einer beweglichen Fuge ist. Also für ein Astloch geht das, für eine zu überbrückende Leimfuge würde ich statt dessen lieber Acryl verwenden.
Acryl
Ist bei meinen Fensterläden mein bester „Freund“ gewesen. Es ist überstreichbar, beweglicher als Holzkitt und gut zu verarbeiten.Manches mal war das Holz an der Unterseite der senkrechten Teile (Hirnholz) fehlerhaft. Etwas morsch oder herausgebrochen. Dann habe ich alles lose und morsche entfernt und mit Acryl wieder aufgefüllt. Wenn man nachher darüberstreicht, geht das. Acryl ist weiß und deshalb nur für deckende Farbe geeignet. Auch „schnurrt“ es beim Trocknen etwas zusammen. Man kann die Fehlerstelle abschließende evtl. sehen.
Leim
Wird ein Fensterladen nur lasiert geht das mit dem Acryl natürlich nicht. Dann entweder den Holzkitt in der entsprechenden Farbe verwenden oder Leim zusammen mit Holz-Schleifstaub anrühren und die Lücke damit füllen. Sollte die Lücke oder das Loch zu groß sein, kann man auch kleine Holzspäne oder -teile hineindrücken und dann auffüllen.Fehlt ein ganzes Stück, muß es entweder mit Holz ersetzt werden, was einen erheblichen Aufwand und Geschick bedeutet und füri einen lasierten Laden der Sichtbarkeit halber zu empfehlen ist.
Epoxidharz
Oder, wie in meinem Falle, man verwendet Holzersatzmasse – Epoxidharz. Ein Geschenk des Himmels! Furchtbar teuer inzwischen. Aber – das Zeug ist modellierbar, überstreichbar und sehr belastbar. An einem meiner Läden fehlte eine ganz Ecke, so 3×4 cm, Nut und Feder. Wäre es eine kompakte Fläche gewesen, hätte man ein Dreieck anleimen können.Aber so war ein Hohlraum in der Nut-Feder-Ecke und das geht mit Auffüllen am Besten.
Das Epoxidharz wird in zwei Tuben geliefert und muß kurz vor der Verwendung angemischt werden. Geht nur mit ganz, ganz viel Schmackes aus der Tube, aber geht. Auf einer Platte oder einem Becher anrühren und nach einer Epoxidharz Grundierung auftragen bzw. anmodellieren. Das ist wie Knete und hält auch so. Wenn das anschließend ausgehärtet, zurechtgeschliffen und übermalt ist, sieht das kein Mensch mehr, dass das kein Holz ist.
Schrauben, Scharniere und Co Manchmal fehlen Schrauben, die es zu ersetzen gilt oder gar ein ganzes Scharnier, das fehlerhaft oder brüchig geworden ist. Bei neueren Fensterläden ist das kein Problem. Bei älteren gibt es Shops, die alte Originalteile oder auch nachgebaute anbieten. Mit viel Glück findet man Passendes.Bei mir waren es lediglich ein paar alte Schlitzschrauben, die herausgefallen waren. Waren jetzt in dieser Kopfgrösse und Schraubenlänge auch nicht mehr zu bekommen. Kurzerhand haben wir neue mit passendem Kopf gekürzt und in das Schraubenloch hineingeleimt. Die alte Schraube hätte eh nicht mehr gehalten. So ist das Loch geschlossen, das Scharnier gefestigt und das Gesamtbild widerhergestellt.
Alte Metallteile säubern Ist Farbe darauf und hält eben so fest, reicht anschleifen und darüberstreichen. Sind die Teile rostig, müssen sie vom Rost befreit werden. Nützlich, sowohl für das Entfernen losen Rost, als auch für das Entfernen alter Farbe, ist die Drahtscheibe.
Einfach in die Bohrmaschine einspannen und das Metallteil abschleifen und anschließend mit dem Schleifpapier noch mal drübergehen. Der Akkuschrauber ist dafür zwar handlicher, aber die Kraft fehlt. Eine Bohrmaschine hat meist mehr Power und die braucht man.Wer hat, kann für die schwer zugänglichen Stellen ein Multitool Bohr- und Schleifgerät verwenden. Die Werkzeuge sind wesentlich kleiner und kommen an manche Stellen einfach besser hin. Allerdings fehlt es für solche derben Einsätze oft an der Wattzahl. Ausprobieren…Wer Metallteile ganz sauber haben will und den Rost auch nicht so schnell wieder haben will, muss sie entrosten. Die Drahtscheibe alleine nimmt vor allem lose Teile mit und den Rost „einzupolieren“ wird nicht empfohlen, da er so schneller wiederkommt.

Stemmeisen/Stechbeitel Das gute alte Stemmeisen habe ich für diesen Zweck so einige Male missbraucht. Aber manchmal heiligt der Zweck die Mittel und da eine Schleifmaschine in der Werkstatt steht, geht das auch.Überstehende Farbe an Metallteilen habe ich immer damit „abgestemmt“ oder auch von rostigen Teilen heruntergeschabt. Geht einfach am Besten.Ecken und Kanten können von alter Farbe damit gut befreit werden.
Skraper (Benchcrafted)
Für Flächen habe ich mir ein besonderes Teil angeschafft. Ist eine Art Ziehklinge, nur viel stabiler, kraftvoller und ich kann ziehen und stossen. Leimüberstand oder Farbgrate werden einfach abgetragen – ohne schleifen. Alte, abblätternde Farbe wird damit entfernt. Also erst einmal nach dem Abkehren von Spinnweben, Blättern und Co auf dem Fensterladen (besonders Hauswandseite), den Skraper über die Fläche ziehen und alles was nicht fest und eben ist, runterziehen und schaben.
Es wird oft für diese Art der Dreikantschaber empfohlen. Ich selbst habe ihn nicht und kann nichts dazu sagen. Mir sieht er etwas wenig belastbar aus und die Kraftübertragung ist beim Skraper mit Sicherheit besser. Das Werkezug ist kompakter und direkter. Auch an den Ecken habe ich einen rechten Winkel, was entsprechend des zu bearbeitenden Fensterladens, sinnvoll ist.
Pressluft Hat sicher nicht jeder, ist aber wirklich sinnvoll. Einfach nach jedem Arbeitsgang kurz mit der Luft darübergehen und schon ist alles sauber. Geht mit dem Handfeger zwar auch, aber die Ecken und Fugen werden nicht ganz frei.Außerdem kann ich mich am Ende des Gemetzels selbst auch noch sauberblasen!
Schleifen Es gibt viele verschiedene Körnungen und man muß immer schauen, was man machen muß und wie das Material beschaffen ist. Danach richtet sich die Wahl des Schleifpapiers.
Ich habe verwendet:– 60 – 80 – 100er Körnung für meinen Dreiecksschleifer- 100er Körnung für Schleifpapier-Bögen
Die 60er Körnung ist sehr grob. Wenn man mit den Fingern darüber geht, merkt man das ganz gut. Das ist auch nur für Stellen, wo wirklich viel weg muß. Da es eine grobe Körnung mit eher wenigen, aber großen „Körnern“ hat, muß man anschließend mit einem feineren Schleifpapier nachschleifen. Meist zeichnen sich die Körnungen als Schleifspuren ab – Kreise oder Längsspuren – je nachdem, wie man geschliffen hat. Deshalb mit immer feiner werdendem Schleifpapier nachschleifen, bis das weg ist.

Die Übergänge Holz zu Farbe müssen unbedingt fliessend sein. Sobald Farbe darauf kommt, sieht man alles ,was nicht ganz eben ist viel, viel mehr!
Oftmals hat mir die 80er Körnung gereicht, um etwas glatt zu schleifen. Zum Farbe Anschleifen habe ich dann nur die 100er Körnung verwendet. Das ist auf jeden Fall notwendig, denn Farbe hält nur auf angeschliffenem Untergrund wirklich gut.
Deshalb – immer den Untergrund anschleifen, ob Farbe (die unbedingt fest verhaftet sein muß) oder Holz!Lamellen schleifen
Lamellen sind natürlich etwas schwieriger zu schleifen. Bei den breiten kommt man mit einem Dreiecksschleifer mit der Spitze an fas alles ran. Noch leichter geht das mit einem Multitool. Dafür benötigt man dann entsprechend kleineres Schleifpapier.Der Rest wird mit einem abgetrennten Streifen vom Schleifbogen per Hand bearbeitet. TIPP: Bogen über eine scharfe z.B. Tischkante legen und entsprechend der benötigten Größe nach unten biegen und wegreissen.
Auf youtube gibt es z.B. ein schönes Video wie man schmale Lamellen gut schleifen kann.
Lamellen ausbessern Ich hatte bei einem Fensterladen eine ausgebrochene Lamelle. Das Stäbchen, mit dem die Lamelle im Rahmen festgesteckt ist, war gebrochen. Die andere Lamellenseite war noch fest im Rahmen. Da man das Holzstäbchen eh kaum sieht und die Lamelle drehbar sein muß, habe ich lediglich außen durch den Rahmen einen Nagel eingeschlagen.
Dazu vorher in Nagelkopfgröße oder Dübelgröße ein Loch in den Rahmen bohren (natürlich nicht ganz durch), den Nagel durchklopfen, Lamelle justieren und festnageln. Zum Schluß einen Dübel in Lochgröße einsetzen (mit Kleber) und fertig.
An anderer Stelle war das Rahmenteil, das das Holzstäbchen im Rahmen hält, ausgebrochen. Die Lamellen dieses Ladens waren sehr, sehr fest in den Rahmen „eingewachsen“, d.h. kein Mensch hätte diese Lamellen je wieder irgendwohin drehen können. Da habe ich dann kurzerhand beschlossen, das Holzstäbchen einfach mit Epoxidharz einzukleben und fertig!Die drehbare Variante hätte ein passendes Holzstück verlangt mit Luft zwischen Stäbchen und Holz.
Für einen Fensterladen hab eich eine Säge gebraucht. Der letzte Anstreicher hat es wohl sehr gut mit der Farbe gemeint und die Lamellen in den Rahmen regelrecht festgestrichen. Bewegen war unmöglichk geworden. Damit ich an alle wichtigen Stellen zum Schleifen gut hingekommen bin, musste ich sie in diesem Fall vom Rahmen freischneiden. Das wäre mit einer Stichsäge möglich gewesen. Diesmal wollte ich das neue Boschgerät Easy Cut ausprobieren. Rüttelt nicht so viel wie eine Stichsäge, hat auch den Hub nicht, schneidet feiner und der Sägeschnitt ist besser einzuschätzen. Hat dafür bestens funktioniert.

Schleifschwamm
Sehr gut für die Stellen zwischen den Lamellen (Fensterrahmen) geht es mit dem Schleifschwamm (schmale Seite) zu schleifen. Wenn die Körnung nicht reicht bzw. die Körnung abgeschliffen ist (was schnell passiert), dann einfach um die schmale Seite ein Stück vom Schleifbogen wickeln und weiter.Er ist auch gut geeignet für alle anderen schmalen Kanten und z.B. die Justierleiste für die Lamellen. Diese war bei unseren Fensterläden mit rundem Profil. Da passt er sich gut an. Mit einem Schleifklotz klappt das natürlich nicht und nur mit Schleifpapier von Hand ist nicht so effektiv – finde ich.
Ecken & Co Bei meinen Fensterläden war viel Farbe vom letzten Streichen in die Ecken der Füllungen geflossen. Die Ecken waren damit eher rund und über die Jahre hinweg war die Farbe auch rissig, ausgebrochen – unansehnlich. Mit dem Stemmeisen kann man so etwas gut wegstemmen.Die Füllungen waren im Laufe der Zeit auch geschrumpft, so dass außen um die Füllung überall ein Farbgrat war. Das habe ich alles gut mit dem Skraper entfernt. Schleifen würde hier viel zu lange dauern bzw. ist das Schleifpapier zu schnell mit Farbe zu.

Vorbereiten zum Streichen So – wenn jetzt alle Stellen angeschliffen und plan sind, alle Löcher zu und schadhafte Stellen ausgebessert, die Metalle sauber und rostfrei, können wir zum Streichen vorbereiten.Erste Aktion ist in jedem Fall, den Fensterladen möglichst staubfrei zu bekommen. Mit der Pressluft kein Problem! Ansonsten alles gut mit dem Handfeger von Schleifstaub befreien; vor allem die Ecken bei einem Kastenladen.
Farbe Die Auswahl der Farbe ist nicht ganz einfach, weil das Angebot so riesengroß ist. Ich empfehle hier einfach das weiter, was ich genommen habe, mir vom Malermeister empfohlen worden ist und bis jetzt (erster Winter) gut gehalten hat.Ich habe nach mehreren Fehlgriffen im Baumarkt den Fachmalermarkt schätzen gelernt. Nicht alles aus dem Baumarkt ist schlecht. Aber wenn es lang halten soll und das tun soll, was drauf steht, bin ich mit Profiartikeln besser weitergekommen. Lieber zahle ich etwas mehr und es tut, was es verspricht.

Was brauche ich zum Streichen GrundierungFarbePinsel schmal und breitevtl. ganz schmalen Borstenpinsel 1 cmschmale Holzleisten
Plastikbeutel

Grundierung Ja, eine Grundierung muß sein – wenn das blanke Holz sichtbar ist; nach dem Ablaugen sowieso. Sie sorgt dafür, dass sich die Holzfaser mit Grundierung vollsaugt und nicht mit teurer Farbe und vor alle – dass z.B. keine Blaufäule oder überhaupt Verfärbungen aus dem Holz durch die Farbe scheinen.Ich habe verwendet: Acryl Allgrund von der Firma Jansen – lässt sich schön tropffrei streichen.Die Auswahl der Grundierung ist immer abhängig von der nachher verwendeten Farbe. Bei einer Lasur wäre das auf jeden Fall eine andere Grundierung. 1x damit einstreichen.

Fensterladen-Farbe Meine Fensterläden sollten farbig anthrazit werden und völlig matt.Empfohlen wurde mir: Dauerhafter Holzschutz von der Firma OwatrolDie Farbe kann man natürlich entsprechend nach Wunsch anmischen lassen und es gibt die Möglichkeit von glänzend über seidenmatt zu ganz matt.Die Farbe lässt sich gut streichen, weil nicht zu flüssig und nicht zu zäh. Also es tropft nicht wirklich viel daneben, was den Boden und den Geldbeutel freut. 2x damit einstreichen.

Metall-Farbe Ich wollte zuerst für alle Metallteile eine extra Farbe. Habe aber dann festegestellt, dass sie beide gleich aussehen und das Thema fallengelassen.  Möchte trotzdem die Farbe erwähnen, weil sie eine meiner Lieblingsfarben ist. Nicht nur, weil ich anthrazit sehr gerne mag, sondern weil sie Eisenglimmer enthält und eine besonders schöne Struktur macht.Ich habe sie, entgegen der Anwendungsempfehlung, bereits für ein Möbelstück verwendet und es sieht gigantisch aus – Jansen Kunstschmiede mattlackAuf jeden Fall muß vor entweder ein Rost-Blocker unter die Fensterladen-Farbe oder man verwendet eine 2-1 Metall-Farbe. Also Rostschutz + Farbe. Da habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass die günstige Farbe vom Baumarkt den Rost nicht gut zurückhält. War an einem Eisengeländer der Fall und der Rost kam nach spätestens zwei Jahren wieder durch.

Pinsel Wichtig ist auf jeden Fall auch ein guter Pinsel passend zur Farbe. Für eine Acrylfarbe braucht es andere Borsten als für eine flüssigere Lasur. Glauben Sie mir – das Geld ist es wert! Es gibt nichts ärgerlicheres, als Borsten, die die Farbe schlecht halten, Haare ausgehen und man sie auf dem Gestrichenen wieder herunterfieseln darf und Borsten, die zu schnell aufgeben und in allte Richtungen wegstehen.Damit das nicht zu schnell passiert, gewöhnen Sie sich bitte einen ordentlichen Streichstil an. Nicht á la Kinder – Pinsel gerade auf die Fläche pressen und wild quert Beet streichen und quetschen – sondern, etwas schräg halten in Streichrichtung und immer ausstreichen. Dann bekommt man auch ein schönes Streichbild – und die Borsten sind länger gerade.Stehen die Haare mal links und rechts in Bündeln ab, sollte der Pinsel gewechselt werden. Bei Lamellen, wo man viel „zwischenpinseln“ muß, passiert das zwangsläufig.
Auf einer breiteren Fläche auch immer einen breiteren Pinsel verwenden. So sieht man die Pinselstriche weniger und logischwerweise bei schmalen Flächen oder Kanten einen entsprechend schmaleren.Für die Seitenkante der breiten Lamellen habe ich den ganz schmalen Borstenpinsel (ca. 1 cm) verwendet. Damit schmiert man nicht unnötig Farbe dahin, wo man sie nicht braucht und kommt auch besser in Zwischenräume. Außerdem sind die Borsten kürzer und man kann die Farbe am Hirnholz auch mal gut auftupfen.
Arbeitshilfen Je nachdem worauf die Fensterläden gestrichen werden, sollten evtl. schmale Holzleisten untergelegt werden. Liegt der Laden flächig am Rand auf, werden nach dem Streichen der Seitenränder Farbkanten entstehen, die unschön aussehen. Deshalb auf eine möglichst kleine Fläche auflegen.Hilfreich sind die Leisten zum Aufstellen und trocknen eines Fensterladens. Einfach zwei Leisten in Ladenbreite auf den Boden legen und den gestrichenen Laden etwas schräg daraufstellen und an einen kürzeren Gegenstand lehnen.
Hilfreich Immer nur eine Seite eines Fensterladens streichen. Und, wenn möglich, keine Seitenränder streichen, wenn der Laden nachher noch aufgestellt werden muß. Sie haben sonst beim Aufstellen ihr Finger drin!Wenn Sie mehrere Ablage- und Streichflächen haben ist das kein Problem. Ansonsten variieren. Farbe an den Fingern und Fingerabdrücke an den Seitenrändern sind lästig.Streichen Sie gleichzeitig mehrere Läden, müssen diese unbedingt gekennzeichnet werden. Sonnst habe sie nachher keinen Plan mehr, wo welcher hingehört. Die älteren Fensterläden haben meist eingestanzte Nummern, die dabei sehr hilfreich sind.Die Farbe am Besten über Nacht trocknen lassen.
Plastikbeutel Damit ein Pinsel nicht jeden Tag sauber gemacht werden muß, stecke ich meine Pinsel immer in einen Plasitkbeutel und verschließe ihn gut. Darin halten die Pinsel mehrere Tage und die Farbe wird nicht fest – bei sehr heißem Wetter ist das kürzer.Erst zum Schluß wasche ich die Pinsel aus, sofern sie noch brauchbar sind.
Fertig So – nun sollte alles Wichtige gesagt und erklärt sein. Wer das mal geschafft hat, darf sich am Anblick der schönen Fensterläden freuen und auch gerne in meinem Namen ein Bier darauf trinken. Das haben sie sich ordentlich verdient!
Wer jetzt noch Fragen oder Anregungen hat, darf mir gerne schreiben. Ich wünsche frohes Schaffen.